
Zwei Kurse, dreifacher Zeitaufwand, gleiches Ergebnis? Ende Juli saß ich an meinem Küchentisch in Bonn, vor mir meine Excel-Tabelle und ein Stapel Übungsblätter, die noch leicht nach Tinte rochen. Seit Anfang 2024 notiere ich akribisch jede Übungsstunde, und mein Tracking zeigt einen deutlichen Wendepunkt zwischen reinem Chaos und kontrollierter Strichführung.
Transparenzhinweis: In diesem Artikel finden sich Affiliate-Links. Wenn Sie darüber einen Kurs kaufen, erhalte ich eine Provision, ohne dass für Sie Mehrkosten entstehen. Ich verlinke ausschließlich Kurse, die ich in den letzten neun Monaten selbst am Küchentisch durchgearbeitet habe.
Der Reiz der Flatrate gegen den Fokus des Einzelkurses

Als ich im späten November letzten Jahres anfing, verschiedene Plattformen zu vergleichen, lockte mich zuerst das Flatrate-Modell. Es klingt nach Freiheit: Hunderte Videos, verschiedene Stile, alles für einen monatlichen Betrag. Als Grafikerin dachte ich, ich könnte mir einfach die Rosinen herauspicken. Die Realität in den kalten Wochen im Januar sah anders aus. Ich verbrachte mehr Zeit mit dem Scrollen durch Vorschaubilder als mit dem eigentlichen Zeichnen.
Das ist das Kernproblem der Flatrate: Sie erfordert eine enorme kontinuierliche Disziplin bei gleichzeitig geringem psychologischem Druck. Da man jederzeit kündigen kann und der finanzielle Einsatz pro Video gering wirkt, bricht man Übungen schneller ab, wenn sie schwierig werden. Ein gezielter Handlettering Kurs hingegen baut ein Gefühl der finanziellen Verbindlichkeit auf. Man hat in dieses eine System investiert und will es nun auch abschließen. Diese psychologische Hürde hat meine Lernintensität deutlich gesteigert.
Papier, Tinte und technische Grundlagen
In meinen Notizen vom Februar steht ein dicker Vermerk zu den Materialkosten. Wer mit einem Brush Pen auf herkömmlichem 80g-Kopierpapier übt, ruiniert die empfindlichen Nylonspitzen innerhalb weniger Tage. Das Papier wirkt wie Schleifpapier. Ich bin dazu übergegangen, nur noch auf Papier mit einer Grammatur von mindestens 120g/m² zu arbeiten, das eine glatte, satinierte Oberfläche hat. Das schont die Fasern der Stifte und lässt die Tinte nicht ausbluten.
Für die feinen Details und Outlines nutze ich eine Auswahl an Finelinern im Bereich von 0.1mm bis 0.8mm. Besonders bei der Faux Calligraphy, bei der man die Schwellzüge nachträglich einzeichnet, ist diese Abstufung wichtig. Ein Einzelkurs nimmt sich oft die Zeit, genau diese Materialkunde tiefgreifend zu erklären, während Flatrates oft direkt in die Gestaltung springen, ohne zu erwähnen, warum der Stift nach drei Abenden ausfranst.
Analoges Handlettering vs. Digitales Lettering auf dem iPad

Rund um Ostern habe ich meine Praxis um eine digitale Komponente erweitert. Der Vergleich zwischen dem klassischen Handlettering Kurs und einem spezialisierten Digital Lettering Kurs war aufschlussreich. Auf dem iPad Pro spielt die Technik eine andere Rolle: Hier kommt es auf die Drucksensitivität des Apple Pencil und die 120Hz Refresh-Rate des Displays an, um die Verzögerung beim Zeichnen zu minimieren.
Digitales Lettering ist verzeihender, weil man die Ebene (Layer) einfach löschen kann. Doch genau hier liegt die Gefahr für den Lernfortschritt. Am analogen Küchentisch muss man mit dem Klecks leben oder das Blatt neu anfangen. Das schult die Hand-Auge-Koordination auf eine Weise, die das iPad nicht simulieren kann. Wer jedoch für Kunden oder soziale Medien produziert, kommt am digitalen Workflow kaum vorbei. Es hilft, wenn man bereits die Handschrift verbessern konnte, bevor man das Glas-Display berührt.
Struktur schlägt Schnelligkeit: Die Sketchnotes-Erfahrung

Ein interessanter Nebeneffekt meiner systematischen Durcharbeitung war der Ausflug in die Welt der visuellen Notizen. Vor einigen Wochen habe ich einen Sketchnotes Kurs belegt, um meine eigenen Tracking-Listen im Journal schöner zu gestalten. Während es beim Lettering um die Ästhetik des Buchstabens geht — man zeichnet den Buchstaben mit mehreren Strichen, statt ihn zu schreiben —, geht es bei Sketchnotes um Geschwindigkeit und Funktion.
Dieser Kurs war der stabilste Anker in meiner Praxis, da er direkt im Berufsalltag anwendbar ist. Man lernt Symbole, Container und Hierarchien. Wer nach der Arbeit kreativ abschalten will, findet im Sketchnotes Kurs für den Feierabend oft schneller ein Erfolgserlebnis als beim mühsamen Training der Buchstabenanatomie. Dennoch: Die Tiefe eines Einzelkurses hat mich in neun Monaten weiter gebracht als das ziellose Springen zwischen Kurz-Tutorials in einer Flatrate.
Fazit: Tiefe schlägt Breite
Wenn ich heute auf meine tintenverschmierten Finger und die leicht ruinierte Küchentischdecke blicke, ist mein Fazit klar: Für den ernsthaften Einstieg in ein neues Hobby ist der Einzelkurs überlegen. Die finanzielle Verbindlichkeit sorgt dafür, dass man auch am zehnten Abend in Folge die Auf- und Abstriche übt, wenn die erste Euphorie verflogen ist. Eine Flatrate ist eine gute Ergänzung für Fortgeschrittene, die Inspiration suchen, aber für das Fundament braucht es Struktur.
Wer ohne Vorkenntnisse startet, sollte mit einem soliden Basis-System beginnen. Wer bereits ein iPad besitzt und beruflich Grafiken erstellen möchte, findet im Digital Lettering den richtigen Weg. Am Ende zählt nicht, wie viele Videos man theoretisch schauen könnte, sondern wie viele Meter man tatsächlich mit dem Stift auf dem Papier zurückgelegt hat.
| Produkt | Bewertung | |
|---|---|---|
| Handlettering Kurs [Mein Haupt-Kurs] Testsieger | 9.1 | Mehr erfahren → |
| Digital Lettering Kurs [Für iPad-Nutzer] | 8.7 | Mehr erfahren → |
| Sketchnotes Kurs [Für Notiz-Fans] | 8.4 | Mehr erfahren → |
Handlettering Kurs [Mein Haupt-Kurs]
Vorteile
- ✓ Exzellenter Fokus auf die Anatomie der Buchstaben
- ✓ Systematischer Aufbau von Druck- und Schwungtechniken
- ✓ Regelmäßige Updates durch einen erfahrenen Vendor
- ✓ Hoher Lerneffekt durch didaktische Struktur
Nachteile
- ○ Keine Inhalte für iPad oder Procreate
- ○ Sketchnotes werden nur am Rande behandelt