Sketchnotes für die Selbstorganisation: Mit diesen Kursen planst du besser

Sketchnotes-Kurs für Selbstorganisation: Container und Symbole für die eigene Wochenplanung

Ein Handlettering-Kurs bringt dir ausdrucksstarke Schrift bei, ein Sketchnotes-Kurs bringt dir Tempo bei; für die eigene Selbstorganisation zählt fast ausschließlich Letzteres. Wer glaubt, schöne Schrift würde automatisch beim Ordnen helfen, verwechselt zwei getrennte Fertigkeiten: Kalligrafische Präzision liefert Ausdruck, Sketchnotes liefern Geschwindigkeit. Ein Wochenplan in vollem Brush Lettering sieht hübsch aus und dauert trotzdem spürbar länger, als die Aufgaben selbst zu erledigen.

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Die Links in diesem Beitrag führen zu Kursen, die ich selbst am eigenen Küchentisch durchgearbeitet habe, und ich empfehle hier ausschließlich das, was ich wirklich genutzt habe.

Das Wort "Frühling", als reine Anstrichübung geschrieben, zeigt das Problem gut: Alle vier Grundstriche exakt gleich breit, sauber, aber ohne jede Information für einen schnellen Blick zwischendurch. Für eine Grußkarte reicht das. Für einen Wochenplan, der sich in Sekunden erfassen lassen soll, reicht es nicht.

Buchstaben oder Symbole: Zwei Wege zur Selbstorganisation

Reines Handlettering dreht sich um Buchstaben: Ansatz, Druck, Abstrich, wieder von vorn. Die Anatomie der Buchstaben (Oberlängen, Unterlängen, Serifen) ist ein eigenes Kapitel, das an anderer Stelle ausführlich behandelt wird; für die eigene Planung reicht der Hinweis, dass diese Feinheiten bei einem Wochenplan schlicht keine Rolle spielen. Eine To-Do-Liste in vollem Handlettering aufzuschreiben, dauert spürbar länger, als die Aufgaben selbst zu erledigen. Wer über den Handlettering Kurs einsteigt und versucht, dieses Wissen eins zu eins auf die eigene Wochenplanung zu übertragen, landet genau in dieser Falle.

Fineliner zeichnet einen Container für visuelle Notizen im Sketchnotes-Kurs

Sketchnotes funktionieren anders als Schönschrift

Ein anderes Prinzip steckt hinter Sketchnotes: Ideen vor Kunst. Es geht nicht um ein schönes Bild, sondern darum, mit visuellen Notizen Informationen so aufzubereiten, dass sie sich in Sekunden erfassen lassen. In der Forschung nennt sich der Effekt Dual-Coding-Theorie: Die Kombination aus Wort und Bild erhöht die Merkfähigkeit spürbar. Für die eigene Wochenplanung heißt das konkret: ein Symbol für Training, eines für Einkauf, eines für ein kreatives Projekt – mehr braucht ein funktionierender Plan oft nicht.

Welches Werkzeug reicht für den Alltag?

Für Handlettering hatte ich mir früh ein teures Kalligrafie-Set aus dem Buchladen zugelegt – mit Bandzugfeder und Tuscheflaschen, für Brush Lettering komplett ungeeignet und für schnelle Sketchnotes-Symbole erst recht nutzlos. Für die tägliche Planung reicht ein deutlich kleineres Sortiment: In der Praxis haben sich drei Fineliner-Stärken bewährt, 0.1 mm für kleine Beschriftungen, 0.3 mm für die meisten Konturen, 0.5 mm für Rahmen und Überschriften.

Welches Papier zu welchem Stift wirklich passt, ist eine eigene Testreihe für sich; für Sketchnotes genügt aus meiner Erfahrung normales, glattes Papier, weil weder Wasser noch ein breiter Pinsel im Spiel sind. Wie schnell sich eine Brush-Pen-Spitze bei intensiver Nutzung abnutzt, spielt hier ebenfalls kaum eine Rolle, weil Fineliner-Spitzen starr bleiben und sich kaum verformen. Wer viele Abende am Tisch sitzt, sollte die eigene Haltung trotzdem im Blick behalten – Hinweise dazu stehen im Beitrag über Rückenschmerzen beim Handlettering vermeiden.

Vergleich zwischen klassischer To-Do-Liste und visuellen Notizen zur Selbstorganisation

Container bauen, Connectors ziehen, Symbole festlegen

Im Sketchnotes Kurs baut die gesamte Technik auf fünf Grundformen auf: Kreis, Quadrat, Dreieck, Linie, Punkt. Aus diesen Formen entstehen Container – einfache Rahmen, in die Aufgaben einsortiert werden, statt sie in einer langen Liste untereinanderzuschreiben. Ein Rahmen für Familie, einer für kreative Planung eigener Projekte, einer für Termine draußen – drei Container sortieren mehr als zwanzig Zeilen Text. Damit die Rahmen nicht schief geraten, schiebe ich meist ein liniertes Blatt unter das Papier; bei jeder kleinen Verschiebung raschelt es kurz auf, ein Geräusch, das mittlerweile so vertraut ist wie das Kratzen des Stifts selbst.

Die Strichführung dabei unterscheidet sich grundlegend vom Brush Lettering: ohne Druckvarianz gezogen, in vier geraden Linien, fertig. Wie sich der Druck über eine ganze Buchstabenfolge aufbaut, gehört zur eigentlichen Drucktechnik des Handletterings und wird an anderer Stelle im Detail behandelt – für einen Container ist das schlicht irrelevant. Wer ganz ohne Brush Pens auskommen will, kann sich mit Faux Calligraphy behelfen, für Container und Symbole bringt das allerdings keinen Vorteil. Verbindet man die Container zusätzlich mit Connectors – schlichten Pfeilen zwischen zwei Aufgaben –, entsteht eine kleine Landkarte des Tages, die sich mit einem Blick erfassen lässt.

Sketchnotes stoßen an klare Grenzen

Sketchnotes ersetzen keinen Handlettering-Kurs, wenn das Ziel eine ausdrucksstarke Karte oder ein dekoratives Motiv ist – dafür bleibt die Symbolsprache zu nüchtern. Auch wer sich an einem festen Trainingsplan orientiert, etwa an Streckenlängen und Tempo wie eine Bekannte von mir, die gerade für den Bonn-Marathon trainiert und ihre Läufe im Rheinauenpark plant, merkt schnell, dass ein einzelnes Symbol für "Lauf" nicht reicht, sobald Strecke, Tempo und Pause gleichzeitig festgehalten werden müssen. Wie sich die Kursstrukturen von Handlettering-, Digital-Lettering- und Sketchnotes-Kursen im Detail unterscheiden, ist einen eigenen Vergleich wert; für komplexere Abläufe gibt es dazu einen eigenen Sketchnotes Kurs für Projektmanager, der deutlich mehr Symbol-Varianten vermittelt als der Einstieg.

Wie viel Übungsvolumen für sichtbaren Fortschritt beim Lettering insgesamt nötig ist, behandle ich an anderer Stelle ausführlich. Für ein eigenes Symbol-Repertoire braucht es davon unabhängig deutlich weniger Wiederholung – ein paar Minuten am Abend reichen oft, regelmäßig statt viel auf einmal.

Handgezeichnete Sketchnote-Symbole für kreative Planung und visuelle Notizen

Papier oder iPad – was passt zur Wochenplanung?

Gelegentlich wechsle ich für Symbole und Skizzen aufs iPad. Der Digital Lettering Kurs vermittelt den Umgang mit Ebenen und unterschiedlichen Brushes, praktisch für aufwendigere digitale Motive. Für die tägliche Wochenplanung bleibt bei mir trotzdem das Papier vorne: Die Unmittelbarkeit von Stift und Blatt hilft beim Denken, während ich mich digital schnell in Details wie Ebenenanzahl oder Pinseleinstellungen verliere – kontraproduktiv für eine einfache Tagesübersicht. Der Transfer vom schnellen Papierentwurf zur digitalen Reinzeichnung ist noch mal ein eigenes Thema mit eigener Lernkurve; für die reine Selbstorganisation lohnt sich dieser Umweg aus meiner Sicht selten.

Der Kurs-Vergleich für die eigene Planung

Für wen sich welcher Kurs eignet, lässt sich klar trennen. Wer in erster Linie ausdrucksstarke Schrift lernen will – für Karten, Zitate, dekorative Projekte –, ist beim Handlettering Kurs richtig aufgehoben, auch wenn Sketchnotes dort nur am Rand vorkommen. Wer dagegen den eigenen Kopf entlasten will, ohne stundenlang an Anstrichen zu üben, steigt direkt beim Sketchnotes Kurs ein: pragmatisch statt dekorativ, Funktion vor Ästhetik.

Beide Wege schließen sich nicht aus. Bei mir liegt der Wochenplan aus Containern und Symbolen inzwischen neben Karten in sauberem Brush Lettering, nur eben nicht auf demselben Blatt. Mein Küchentisch trägt beide Spuren, sichtbar an den Tintenflecken auf der Tischdecke, die ich längst aufgegeben habe wegzubekommen.