Handlettering Kurs für das Bullet Journal: Die passende Auswahl für Planer-Fans

Handlettering-Kurs für Bullet Journal und Planer: aufgeschlagenes Notizbuch mit Punktraster und Fineliner

Fünf Millimeter Punktabstand gegen einen randlosen A4-Bogen im Kursvideo: Genau an diesem Unterschied scheitern die meisten Handlettering-Kurse, sobald man sie nicht auf ein Poster, sondern in ein echtes Bullet Journal überträgt. Ein Planer verzeiht keine großzügigen Schwünge, und wer mit den Übungen aus einem normalen Workshop direkt in die Wochenübersicht geht, endet oft mit einem unleserlichen Klecks statt einer sauberen Zeile. Genau dieser Unterschied zwischen Poster-Format und Planer-Format hat mich in einem eigenen, kleinen Kursvergleich monatelang beschäftigt.

Über mehrere Mittagspausen bin ich in der Stadtbücherei Bonn vorbeigegangen, um in Bildbänden nach Beispielen für kleinteiliges Lettering zu suchen, bevor ich die Suche online fortgesetzt habe. Wie unterschiedlich Anfängerkurse aufgebaut sind – manche mit festem Wochenplan, andere als lose Videosammlung ohne roten Faden – habe ich an anderer Stelle ausführlich verglichen; hier ging es mir nur darum, ob ein Kurs überhaupt auf das 5mm-Raster im Bullet Journal eingeht, statt sich ausschließlich auf große Formate zu konzentrieren.

Handlettering-Kurs Übung: Hand führt Bleistift für den Druckaufbau auf Punktraster-Papier im Bullet Journal

Der Bleistift vor dem Brush Pen

Gegen den Rat vieler Kurse, sofort in einen Brush Pen zu investieren, habe ich meine ersten Wochen nur mit einem einfachen Bleistift geübt. Der Druckaufbau selbst – wann man aufdrückt, wann man die Linie nur hauchzart führt – ist ein eigenes Thema, das ich in einem separaten Kursplan-Artikel Schritt für Schritt durchgespielt habe; für das kleine Raster reicht an dieser Stelle der Hinweis, dass ohnehin nur ein Bruchteil des Drucks nötig ist, den ein A4-Bogen verträgt, und dass zehn Minuten Aufwärmen mit dem Bleistift pro Abend genügen, bevor der Brush Pen überhaupt zum Einsatz kommt.

Samstags übe ich oft zusammen mit Ursula, meiner Kollegin aus der Agentur, die zu diesen Terminen mittlerweile öfter selbstgebackene Kekse mitbringt als dass tatsächlich geschrieben wird. Welche Spitzen dabei wie schnell ausfransen, habe ich in einem eigenen Stifttest gesammelt – für den Planer zählt vor allem, dass eine Spitze überhaupt fein genug für ein 5mm-Feld ist, und nicht jede beworbene Feinspitze hält, was der Name verspricht.

Welches Papier hält dem Bullet-Journal-Raster stand?

Papier entscheidet im Planer oft mehr als der Stift selbst, und ob ein bestimmtes Papier zu einem bestimmten Stift passt, hängt von mehr ab als vom Gewicht allein; die Details dazu habe ich in einem eigenen Papiertest gesammelt. Für meinen Alltag reichte lange die Faustregel, dass zu dünnes Papier durchschlägt und zu glattes Papier dem Stift keinen Widerstand bietet – bevor ich eine ganze Wochenübersicht riskiere, teste ich neue Bögen erst auf ein, zwei Ersatzseiten vorne im Heft. Beim Handlettering Kurs kaufen achte ich seither genau darauf, ob solche praktischen Materialfragen überhaupt behandelt werden, statt nur schöne Alphabete zu zeigen.

Warum der Fineliner im Planer oft gewinnt

Fineliner haben gegenüber dem Brush Pen einen klaren Vorteil für kleine Formate: Mit der Faux Calligraphy lassen sich die dicken Abstriche der Kalligrafie nachträglich als Doppellinie ergänzen, statt sie durch Druck zu erzeugen – wie genau das Schritt für Schritt funktioniert, beschreibe ich in einem eigenen Technik-Artikel. Für den Planer reicht die Erkenntnis, dass man dadurch auch in engen Zeilenabständen präzise bleibt, ohne den Pinselstift zu riskieren.

Andrea Helbig, eine Leserin aus Wuppertal, hatte mir genau deswegen geschrieben, weil sie als Linkshänderin ständig mit der Hand durch die eigene, noch feuchte Zeile wischte. Typisch für sie hat sie sich danach nicht spontan für einen Stift entschieden, sondern erst drei verschiedene Fineliner nebeneinander getestet, bevor sie kaufte. Die Anatomie eines Buchstabens – Oberlänge, Unterlänge, Grundstrich – erkläre ich andernorts ausführlicher; im Kleinformat hilft mir eher das Bild vom Kuchen, den man nicht mehr in großen Stücken schneidet, sondern in Krümeln, wenn jeder Buchstabe nur wenige Millimeter hoch sein darf.

Fünf Wochen, bis der Planer lesbar wurde

Nicht jede Abkürzung spart am Ende Zeit. Einen PDF-Schnellkurs hatte ich mir früh heruntergeladen, in der Annahme, ich könnte die Übungsblätter einfach am Bildschirm durchgehen – ausgedruckt habe ich davon nie eine einzige Seite, und ohne die Blätter auf echtem Papier war das ganze Vorhaben schon nach kurzer Zeit wieder eingeschlafen.

Bis zur fünften Woche hatte sich die Linienführung so weit gefestigt, dass die Wochenübersicht ohne mehrfaches Neuansetzen entstand. Wie viele Abende man realistisch einplanen muss, bis solche Handgriffe sitzen, habe ich in einem eigenen Artikel über Handlettering lernen Dauer zusammengefasst. Als mein Mann in dieser Woche wortlos die frisch beschriftete Geburtstagskarte vom Küchentisch nahm und fragte, wer die geschrieben hätte, wusste ich, dass sich die Übung wirklich ausgezahlt hatte.

Video, PDF oder Procreate für den Planer

Video zeigt Rhythmus und Geschwindigkeit der Stiftführung, ein PDF-Guide eignet sich eher, um Vorlagen unter transparentes Papier zu legen oder als Referenz neben dem Planer liegen zu haben. Für die feinen Details im 5mm-Raster fand ich die Kombination aus beidem hilfreicher als eine einzelne Methode – meist reichen fünfzehn Minuten Video pro Woche, der Rest ist analoges Üben im Heft. Meine ausführlicheren Erfahrungen dazu habe ich im Handlettering Kurs mit Video oder PDF Vergleich festgehalten.

Ob man zusätzlich digital in Procreate übt oder komplett analog im Heft bleibt, macht für die Übertragung auf echtes Papier einen spürbaren Unterschied, den ich an anderer Stelle genauer aufgedröselt habe. Mein Planer bleibt dabei kein Ausstellungsstück – er ist ein Werkzeug, das inzwischen so aussieht, wie ich es mir als Grafikerin bei der Planer-Gestaltung vorgestellt hatte: aufgeräumt, lesbar und mit einer eigenen Note.

Was am Ende bleibt, ist eine einfache Regel für alle, die Handlettering nicht fürs Poster, sondern für den eigenen Planer lernen wollen: erst das Format wählen, für das man tatsächlich übt, und Kurs, Stifte und Papier danach ausrichten – nicht umgekehrt. Meine Tischdecke trägt inzwischen mehr Tintenflecken, als mir lieb ist, aber die Wochenübersichten sind endlich lesbar, und das war am Ende das eigentliche Ziel.