Sketchnotes Kurs für Anfänger: Symbole zeichnen und Meetings festhalten

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Sketchnotes Kurs für Anfänger: fünf Grundformen als Symbol-Alphabet auf Papier skizziert

Fünf Grundformen reichen aus, um fast jedes Symbol zu zeichnen, das im Büroalltag gebraucht wird: Punkt, Linie, Kreis, Dreieck, Viereck. Genau darauf baut ein Sketchnotes-Kurs für Anfänger auf, wenn es um mehr geht als hübsche Randkritzeleien – nämlich um Notizen, die auch Wochen später noch etwas hergeben, ohne dass man den ganzen Text noch einmal liest. Wer schon einmal versucht hat, in einem Meeting mitzuschreiben und dabei den Anschluss verloren hat, kennt das Problem, das dieser Kurs lösen will.

Ich vergleiche seit einiger Zeit Kurse rund ums Lettern, und Sketchnotes gehört in diesen Kursvergleich, weil der Ansatz ähnlich beginnt wie beim Brush Lettering, danach aber ganz anderen Regeln folgt: Hier zählt Tempo und Informationsdichte, nicht die schönste Linie.

Fünf Grundformen als Basis für jedes Symbol

Der Kurs selbst beginnt nicht mit kunstvollen Zeichnungen, sondern mit dem sogenannten visuellen Alphabet – der Idee, dass sich jedes noch so komplexe Objekt auf Punkt, Linie, Kreis, Dreieck und Viereck zurückführen lässt. Wer ein Viereck und ein Dreieck zeichnen kann, bekommt ein Haus hin, wer einen Kreis und zwei Linien beherrscht, eine Glühbirne. Tiefer in die Begriffsgeschichte steigt dieser Überblick zu Sketchnotes ein, falls das genauer interessiert.

Sketchnotes Anfänger-Kurs: Nahaufnahme der fünf Grundformen im visuellen Alphabet auf Papier

Anders als beim Handlettering, wo die Druckkurve zwischen Auf- und Abwärtsstrich über die Linienbreite entscheidet, zählt bei Sketchnotes nur, ob eine Form sofort erkennbar bleibt. Ästhetik ist zweitrangig. Ein Schatten, meist mit einem hellgrauen Marker unter das Symbol gesetzt, gibt selbst einer simplen Glühbirne sofort etwas Tiefe – das leise Kratzen der Fineliner-Spitze auf leicht rauem Papier gehört inzwischen zu den Geräuschen, die sofort Konzentration auslösen, egal wo man gerade sitzt.

Reicht ein Fineliner für den Einstieg?

Ja, und zwar länger, als man es von Brush Pens gewohnt ist. Deren Spitzen fransen durch häufiges Aufdrücken vergleichsweise schnell aus, während ein einfacher 0,5er Fineliner beim Sketchnotes spürbar länger durchhält, weil die geraden Striche der Grundformen die Spitze weniger beanspruchen als geschwungene Buchstaben. Ein grauer Marker für die Schatten reicht als einzige Ergänzung. Welches Papier zu welchem Stift passt, ist ohnehin ein eigenes Kapitel – für Sketchnotes genügt handelsübliches, kaum gestrichenes Papier, ohne dass sich die Spitze binnen Tagen abnutzt.

Wer wissen will, wie sich Übungsvolumen tatsächlich auf den Fortschritt beim Handlettering auswirkt, findet dazu einen ausführlicheren Vergleich zur Übungsdauer. Bei Sketchnotes braucht es dagegen weniger reine Wiederholung, weil die Grundformen von Anfang an einfacher sind als Buchstaben mit Ober- und Unterlängen. Serifen, x-Höhe oder Schwünge spielen hier keine Rolle; diese Buchstaben-Anatomie bleibt dem Handlettering-Teil des Kursangebots vorbehalten. Über hundert Basissymbole lassen sich so in überschaubarer Zeit zusammentragen, wenn man sie systematisch in einer eigenen Liste sammelt, statt sie einmal zu zeichnen und wieder zu vergessen.

Woran das Üben in der Praxis hakt

Ein Fehler, der mir früher beim Handlettering passiert ist, wiederholt sich bei Sketchnotes gar nicht erst: Dort hatte ich versucht, gleich mit Flourishes anzufangen, bevor die Grundstriche überhaupt saßen – bei fünf simplen Grundformen kommt diese Versuchung erst gar nicht auf. Wer stattdessen mit Faux Calligraphy übt, weil ein Brush Pen zu teuer oder zu unhandlich wirkt, wird bei Sketchnotes ohnehin fündig: Ein gewöhnlicher Stift reicht von Anfang an.

Trotzdem gibt es eine eigene Klippe: Abstrakte Begriffe wie „Synergie" oder „Nachhaltigkeit" lassen sich kaum eins zu eins zeichnen. Mehr als ein unentschlossenes Liniengewirr kommt dabei selten heraus, das eher an verknotete Wolle erinnert als an ein brauchbares Symbol. Der brauchbarere Weg: das Wort in einen Kasten schreiben und zwei Pfeile danebensetzen, fertig – das erfüllt den Zweck der Dual Coding Theory, also der Kombination aus Bild und Text für bessere Merkbarkeit, genauso gut wie ein gezeichnetes Icon.

Beim Handlettering kam der vergleichbare Moment früher: als eine ganze Zeile Versalien plötzlich gleichmäßig aussah, ganz ohne Lineal. Bei Sketchnotes stellt sich dieses Gefühl schneller ein, sobald ein Symbol auf Anhieb erkennbar ist, obwohl man es in wenigen Sekunden hingeworfen hat, nicht erst nach zig Wiederholungen. Michael, ein Freund aus Studienzeiten und mittlerweile Grafiker in Köln, schickt gelegentlich Links zu Schriftgestaltern, wenn ihm das Hobby zu verspielt wird. Gegen Sketchnotes hätte er vermutlich weniger einzuwenden, weil es näher an seiner eigenen Arbeit liegt als verschnörkeltes Brush Lettering.

Sketchnotes im Büroalltag: Symbole statt Textwüsten

Im Meeting reicht oft ein Zahnrad neben einer Glühbirne mit drei kurzen Strichen, um „Prozessoptimierung" und „neue Idee" festzuhalten, ohne ein einziges Wort mitzuschreiben. Wer sich fragt, ob ein Brush Lettering Kurs oder YouTube der bessere Einstieg ist, bekommt hier die gleiche Antwort wie beim Sketchnotes-Kurs: Struktur schlägt meistens den bloßen Effekt, weil man ohne System schnell wieder bei planlosem Gekritzel landet.

Bei einem rund zwanzigminütigen Kundengespräch zur Website-Struktur reichten Container, Pfeile und kleine User-Icons, um am Ende eine Karte der Seite vor sich liegen zu haben statt einer Textwüste aus hektischen Stichpunkten. Ob sich das Geübte eins zu eins vom Papier auf ein Tablet übertragen lässt, ist noch einmal eine andere Frage – hier lief alles analog, mit Fineliner auf einem einfachen Blatt Papier. Genau diese Praxis aus dem Agenturalltag ist an anderer Stelle ausführlicher beschrieben, hier reicht der Hinweis, dass sich das Zeichnen zwingend mit dem Verstehen des Gesagten deckt: Ohne den Kern einer Aussage erfasst zu haben, lässt sich kein Symbol dafür finden.

Sketchnotes im Kursvergleich zu Handlettering — für wen sich das eignet

Wie unterschiedlich Anbieter ihre Module aufbauen, zeigt sich erst im direkten Kursvergleich – manche stapeln Übungen ohne roten Faden, andere führen sauber von Grundformen zu komplexeren Szenen. Wer Entspannung und das haptische Gefühl von Tinte auf Papier sucht, ist beim Handlettering besser aufgehoben, auch wenn dort laufend neue Pinselstifte fällig werden. Wer dagegen schnell und ohne künstlerischen Anspruch Informationen ordnen will – im Meeting, beim Kundengespräch oder für die eigene Zettelwirtschaft –, bekommt mit Sketchnotes das direktere Werkzeug.

Tintenverschmierte Finger bleiben so oder so Teil des Deals, ganz gleich für welchen Kurs man sich entscheidet. Man muss dafür keine Künstlerin sein – man muss nur wissen, wo der Schatten hinkommt, damit die Glühbirne leuchtet, und wann ein Kasten mit zwei Pfeilen ehrlicher ist als der Versuch, „Synergie" zeichnen zu wollen.