
An einem regnerischen Abend Ende November saß ich am Küchentisch und versuchte, ein komplexes Agentur-Briefing digital festzuhalten, während meine analoge Tinte noch trocknete und alles verschmierte. Mein Ärmel war bereits schwarz und die Notizen unleserlich. In diesem Moment wurde mir klar, dass meine mühsam erlernte Brush-Lettering-Schönschrift zwar hübsch aussieht, für echte Meetings in Bonn aber viel zu langsam ist. Ich brauchte ein System, das Funktion vor Ästhetik stellt.
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Vom Brush-Lettering zur visuellen Logik
Seit Anfang 2024 dokumentiere ich meine Fortschritte mit Stiften und Papier. Doch im digitalen Raum gelten andere Regeln. Auf meinem iPad Pro mit seiner Displaygröße von 12,9 Zoll und der Bildwiederholrate von 120 Hz fühlt sich das Zeichnen zwar fast wie auf Papier an, aber die Werkzeuge sind komplexer. Wer einfach nur mitschreibt, nutzt das Potenzial nicht. Ich habe festgestellt, dass viele Einsteiger-Apps intuitiv wirken, aber langfristig bremsen. Eine steilere Lernkurve bei Programmen wie Procreate erfordert zwar mehr Einarbeitungszeit, ermöglicht aber eine deutlich höhere Produktivität, sobald man die Ebenen-Logik verstanden hat.

Während der grauen Januartage begann ich, den Sketchnotes Kurs von Timothy90 durchzuarbeiten. Der Fokus liegt hier nicht auf Schönschrift, sondern auf dem sogenannten visuellen Alphabet. Es besteht aus nur 6 Grundformen: Punkt, Linie, Kreis, Dreieck, Quadrat und Kurve. Wer diese beherrscht, kann fast jedes Objekt der Welt schnell skizzieren. Für mich als Grafikerin war das eine Umstellung — weg vom perfekten Schwung, hin zur schnellen Information. Wer mehr über die Grundlagen wissen will, sollte sich auch den Bericht Sketchnotes für die Selbstorganisation ansehen.
Vergleich der digitalen Lernwege
Nach etwa sechs Wochen systematischer Übung — meistens samstagmorgens zwei Stunden, bevor der Haushalt rief — habe ich drei Ansätze verglichen. Es ist ein Unterschied, ob man Buchstaben anatomisch korrekt konstruiert oder Symbole für ein Protokoll entwirft.
| Kurs | Fokus | Zeitaufwand (geschätzt) | Hardware-Fokus |
|---|---|---|---|
| Sketchnotes Kurs | Struktur & Symbole | 15-20 Stunden | Universal (Analog/Digital) |
| Digital Lettering Kurs | Software & Effekte | 25-30 Stunden | iPad & Procreate |
| Handlettering Kurs | Buchstaben-Anatomie | 40+ Stunden | Analog (Papier/Stift) |
Der Digital Lettering Kurs war für mich die notwendige technische Ergänzung. Während der Sketchnotes-Kurs mir beibrachte, was ich zeichne, erklärte mir der Digital-Kurs, wie ich Procreate effizient nutze. Besonders das Arbeiten mit Ebenen (Layers) ist ein Gamechanger. Man legt ein grobes Gerüst an und zeichnet auf einer neuen Ebene sauber darüber. Später löscht man die Skizze einfach. Das spart Zeit und Nerven, besonders wenn man keine Lust auf Radiergummi-Krümel im Kaffee hat.

Der Praxistest in der Agentur
Eines Nachmittags im Mai kam der Moment der Wahrheit. Ein Projekt-Meeting stand an, es ging um eine komplexe Kampagnenstruktur. Anstatt linear mitzuschreiben, nutzte ich die Techniken aus dem Sketchnotes Kurs. Ich zeichnete Container für die verschiedenen Abteilungen, nutzte Pfeile als Verbindungen und kleine Icons für die Deadlines. Durch die 120 Hz ProMotion Technologie des iPads gab es keine Verzögerung, was bei schnellen Wortbeiträgen entscheidend ist.
Meine Kollegen waren überrascht, als ich am Ende des Meetings nicht einfach ein Textdokument, sondern eine visuelle Map exportierte. Dass ich dafür im Hintergrund drei verschiedene Ebenen genutzt hatte, um die Hierarchien sauber zu trennen, sah niemand. Aber genau hier liegt der Punkt: Die Einarbeitung in die komplexeren digitalen Workflows, wie sie im Digital Lettering Kurs für Procreate vermittelt werden, zahlt sich erst aus, wenn es schnell gehen muss. Wer nur auf Sicht fliegt, bleibt bei einfachen Notizen hängen.
Was funktioniert hat — und was nicht
- Funktioniert: Die Reduktion auf das visuelle Alphabet. Es nimmt die Angst vor dem weißen Blatt (oder dem leeren Pixel-Layer).
- Funktioniert: Custom Brushes im Digital-Kurs. Ein Pinsel mit wenig Stabilisierung (Streamline) ist für Sketchnotes besser, weil er direkter reagiert.
- Nicht funktioniert: Zu viel Fokus auf Schatten und Verläufe während des Meetings. Sketchnotes folgen dem Prinzip 'Information over Art'.
- Nicht funktioniert: Billige Displayschutzfolien, die das Schreibgefühl verfälschen. Wer ernsthaft digital arbeitet, sollte hier nicht sparen.
Wenn ich heute auf meine Anfänge zurückblicke, als ich noch versuchte, mit einem dicken Brush Pen in einem Notizbuch Ordnung zu halten, muss ich schmunzeln. Es war eine charmante, aber ineffiziente Phase. Für alle, die beruflich Inhalte strukturieren müssen, ist der Sketchnotes Kurs eine solide Basis. Er ist einer der stabilsten Kurse auf Digistore24 und das aus gutem Grund: Er liefert ein System, keine Spielerei. Wer zusätzlich die digitale Brillanz will, kombiniert das mit dem Digital Lettering Kurs, um die Hardware wirklich auszureizen. Der Küchentisch bleibt seitdem übrigens sauber — zumindest was die Tinte angeht.