Sketchnotes Kurs für kreative Reiseberichte: Tipps für die Gestaltung zu Hause

Sketchnotes Kurs für kreative Reiseberichte: Skizzierte Symbole einer Doppelseite mit Urlaubserinnerungen

Fünf Fotos bleiben übrig, vierhundert fliegen raus — genauso wird inzwischen jeder Urlaubsordner sortiert, bevor der Stift überhaupt ausgepackt wird. Mit klassischem Brush Lettering hätte ein einziges Alphabet länger gedauert als die ganze Doppelseite, die am Ende den Reisebericht trägt. Wer kreativ lernen will, wie sich Reiseberichte gestalten lassen, ohne jeden Abend am Küchentisch zu verzweifeln, landet früher oder später bei einem Sketchnotes Kurs — genau so war es hier, nachdem klassisches Lettering für Urlaubserinnerungen schlicht zu langsam war.

Transparenzhinweis vorab: Dieser Text enthält Affiliate-Links zu Kursen, die über mehrere Wochen am Küchentisch durchgearbeitet und systematisch getestet wurden. Bucht jemand darüber einen Kurs, gibt es eine Provision, ohne dass dadurch etwas teurer wird.

Seit mittlerweile drei Jahren werden Listen über Stifte, Papiere und Kurse geführt, die getestet wurden — keine Kalligrafin, keine Lehrerin, nur jemand, die wissen will, was in der Praxis wirklich funktioniert. Für Reiseberichte ging es am Ende zum Sketchnotes Kurs, und die folgenden Antworten sind genau die, die vorher am meisten gefehlt haben.

Wie fange ich mit der Fotoflut nach dem Urlaub an?

Direkt vor Ort im Zug oder Café zu zeichnen, sorgt meist für Stress und unordentliche Seiten — man verpasst den Moment, während man noch das Café aufs Papier bringt. Die Antwort aus der wöchentlichen Praxis: Gestaltung gehört an den Abend nach der Rückreise, nicht in den Urlaub selbst. Aus vierhundert Fotos werden fünf Szenen ausgewählt, bevor die erste Linie gezogen wird. Diese Auswahl braucht selten mehr als eine Stunde, entscheidet aber, ob die Doppelseite am Ende eine Geschichte erzählt oder nur eine Ansammlung von Symbolen bleibt.

Nahaufnahme einfacher Reisesymbole aus geometrischen Grundformen für visuelle Notizen im Sketchnotes Kurs

Das visuelle Alphabet: fünf Formen statt perfekter Buchstaben

Der Kern des Kurses ist ein Alphabet aus nur fünf Formen: Punkt, Linie, Kreis, Quadrat, Dreieck. Skeptisch war die Erwartung zuerst, ob das für einen ganzen Reisebericht reicht. Ein Koffer ist nur ein Quadrat mit einem schmalen Rechteck obendrauf, ein Berg ein Dreieck mit zwei, drei zusätzlichen Linien für Schnee. Diese Reduktion spart Zeit, und sie spart Nerven, wenn abends nur wenig Platz am Tisch bleibt. Im Handlettering Kurs ging es noch stundenlang um die Druckkurve beim Brush Pen und darum, wie Auf- und Abstrich zusammenspielen — bei Sketchnotes zählt dagegen vor allem Tempo und sofortige Lesbarkeit. Für die Doppelseiten selbst reicht klassisches A4-Papier mit 210 mal 297 Millimetern völlig aus, das bietet genug Raum für eine ganze Urlaubswoche. Eine ganze Zeile kleiner Icons nebeneinander im gleichen Abstand, ganz ohne Lineal gezogen. Dieser Moment hat mehr über die eigene Stifthaltung verraten als jede Übungsseite davor.

Welches Papier hält den Markern stand?

Normales Druckerpapier ist ungeeignet, sobald mit Markern Flächen gefüllt werden — die Tinte schlägt durch, und die Spitze franst schneller aus. Verwendet wird inzwischen ausschließlich Papier mit 120 Gramm Papiergewicht, das sich griffiger anfühlt und auf der Rückseite trocken bleibt. Pigmentbasierte Fineliner brauchen darauf etwa drei bis fünf Sekunden, bis die Linie wirklich sitzt; wer vorher radiert oder mit der Hand darüberwischt, verschmiert sich das ganze Layout.

Bevor der Sketchnotes Kurs gefunden wurde, gab es einen Abend an der Volkshochschule, in einem Kalligraphie-Kurs, der ausschließlich Federhalter behandelte. Für Reiseberichte war das komplett am Bedarf vorbei, so schön das Kratzen der Feder über raues Aquarellpapier auch klingt. Für schnelle Symbole bringt das nichts, dafür bleiben bis heute kleine schwarze Flecken auf der hellen Tischdecke, die jeder Besuch sofort bemerkt.

Analog oder digital für Reiseerinnerungen

Wer lieber digital arbeitet, findet im Digital Lettering Kurs solide Ansätze für Ebenen und Werkzeuglogik auf dem iPad — für Reiseberichte bleibt die Wahl trotzdem beim Analogen. Es hat etwas Beruhigendes, Tinte unter den Fingernägeln zu spüren, auch wenn die Übertragung auf einen digitalen Workflow sicher schneller skalieren würde. Jürgen Fromm, Stammkunde im selben Künstlerbedarfsladen, hält es ähnlich: Lieber direkt vor dem Regal über Stifte reden als in einem Forum tippen, meint er jedes Mal, wenn sich die Wege dort kreuzen.

Container, Hierarchien, Symbole: Visuelle Notizen statt reiner Dekoration

Der persönliche Durchbruch kam, als ein Fahrrad für einen Reisebericht gezeichnet werden sollte. Jede Speiche realistisch darzustellen endete bisher immer in einem unförmigen schwarzen Klumpen. Die Zwei-Kreis-Methode aus dem Kurs löst das anders: zwei Kreise für die Räder, ein paar Linien für den Rahmen, fertig. Genau dieser funktionale Ansatz unterscheidet den Sketchnotes Kurs von reinen Dekorations-Kursen. Gearbeitet wird mit Containern — Sprechblasen, Kästen, Banner —, die wichtige Informationen hervorheben und der Seite eine Hierarchie geben, die vorher nie gelungen ist. Eine eigene Bibliothek wiederkehrender Symbole aufzubauen ist nochmal ein ganz eigenes Thema, das über einen einzelnen Reisebericht hinausgeht.

Muss ich zeichnen können, um Reiseberichte als Sketchnotes zu gestalten?

Nein, muss man nicht. Genau das ist der Punkt an der Reduktion auf fünf Grundformen — Zeichentalent spielt kaum eine Rolle, Geduld mit der eigenen Strichführung dagegen schon. Wer eine Doppelseite sofort perfekt haben will, wird am Küchentisch regelmäßig enttäuscht, und das ist auch gut so, weil kleine Fehler sich mit einem weißen Gelstift meist unauffällig korrigieren lassen.

Michael, befreundet seit der Studienzeit und inzwischen Grafiker in Köln, schickt bei jeder neuen Kurs-Begeisterung zuverlässig einen Link zu irgendeinem Schriftgestalter, als Gegengewicht zum Hobbybereich. Ganz unrecht hat er damit nicht: Wer Buchstaben-Grundlagen aus der Schriftgestaltung kennt, erkennt in den fünf Sketchnotes-Formen schneller, wo Proportionen stimmen und wo nicht. Für einen Nachmittag im Kunstmuseum Bonn hat diese Mischung aus beiden Welten zuletzt gut funktioniert — eine Doppelseite mit Deckenhöhe, Lichteinfall und drei skizzierten Besuchern, ganz ohne eine einzige Fotovorlage.

Was am Ende auf der Seite zählt

Am Ende zählt nicht die Perfektion des Strichs, sondern dass beim Betrachten der Seite sofort wieder der Wind am Strand oder der Kaffeegeruch in einer schmalen Gasse da ist. Kursstruktur hin oder her — manche Anbieter bauen ihre Module strikt linear auf, andere lassen offen, womit begonnen wird; für Reiseberichte hat sich der direkte Einstieg in Container und Symbole bewährt, ohne erst lange mit Vorübungen zu verbringen. Was ein Kurs pro Übungsabend tatsächlich kostet, ist dabei eine eigene Rechnung, die hier nicht hingehört — die genauen Modulinhalte und der aktuelle Preis stehen ohnehin direkt beim Anbieter und ändern sich gelegentlich.

Wer tiefer einsteigen will, findet ergänzende Perspektiven in Sketchnotes für das Reisetagebuch: Kurse für die visuelle Urlaubserinnerung oder, für den ganz allgemeinen Einstieg, in Sketchnotes Kurs für Hobby-Zeichner: Die passenden Grundlagen ohne Vorkenntnisse. Beide zeigen, wie unterschiedlich sich die visuelle Hierarchie je nach Kurs lösen lässt — und genau dieser Vergleich ist am Ende mehr wert als jedes einzelne Versprechen auf der Verkaufsseite.