Handlettering Kurs als Geschenk kaufen: Worauf man beim Gutschein achten muss

Handlettering Kurs als Geschenk kaufen: Kreativ-Gutschein neben Brush Pen und Übungsblatt

Reicht ein Gutschein für einen Handlettering-Kurs wirklich als Geschenk, oder landet er nach zwei Wochen ungenutzt in der Schublade? Genau diese Frage habe ich mir gestellt, als ich anfing, Handlettering-Geschenke für Freundinnen zu planen und dabei meine eigenen Notizen zu Kursen, Papier und Stiften durchging. Ein Kreativ-Gutschein klingt nach einer sicheren Wahl, doch beim genaueren Hinsehen entscheidet sich an Kleinigkeiten, ob er benutzt oder vergessen wird – vom passenden Online-Kurs-Vergleich bis zum richtigen Blatt Papier, das gleich mit in die Tüte kommt.

Ein kurzer Transparenzhinweis vorab: Dieser Text enthält Affiliate-Links zu Kursen, die ich hier vergleiche. Kauft jemand darüber einen Gutschein, bekomme ich eine Provision, ohne dass für die Käuferin oder den Käufer Mehrkosten entstehen. Empfohlen wird hier nur, was ich in den vergangenen drei Jahren selbst durchgearbeitet und mit echten Übungsblättern getestet habe.

Warum ein Handlettering-Geschenk leicht danebengeht

Kalligrafie und Handlettering werden beim Schenken gern verwechselt, dabei liegt zwischen beiden mehr als nur der Name. Bei der Kalligrafie wird mit Feder oder Spitze in einem durchgehenden Zug geschrieben, beim Handlettering werden die Buchstaben Strich für Strich gezeichnet, meist mit Brush Pen oder Fineliner. Jürgen Fromm, Stammkunde in meinem Künstlerbedarfsladen um die Ecke, sammelt seit Jahrzehnten Füllfedern und hat mir einmal an der Theke erklärt, wie unterschiedlich sich eine flexible Federspitze und ein Brush-Pen-Filz unter der Hand anfühlen. Die eine krallt sich leicht in griffiges Aquarellpapier, der andere gleitet fast reibungslos über glattes Kopierpapier. Wer das beim Schenken durcheinanderbringt, verschenkt am Ende die falsche Bewegung, nicht nur den falschen Stift.

Genau deshalb war ein Kalligrafie-Abendkurs an der Volkshochschule keine gute Idee, den ich mir vor einer Weile aus Neugier gegönnt habe. Der komplette Kurs drehte sich um den Federhalter, Zugführung, Tintenfluss und Anstellwinkel, aber kein einziger Abend behandelte Brush Pen oder die Bewegungen, die man für modernes Handlettering braucht. Für mich als reine Ergänzung war das interessant, als Vorbereitung auf einen Handlettering-Kurs hätte es niemandem geholfen. Genau dieser Unterschied ist der Grund, warum ein Gutschein ohne Rückfrage zur beschenkten Person schnell ins Leere läuft.

Detailaufnahme eines Übungsblattes aus einem Handlettering-Kurs-Vergleich mit Brush Pen und ersten Buchstabenübungen.

Papier oder iPad: Welche Basis passt zur beschenkten Person?

Vor der Kurswahl steht die Hardware-Frage, und die entscheidet mehr als jedes Kursvideo. Ein Digital Lettering Kurs [Für iPad-Nutzer] baut vollständig auf Procreate auf, mit Pinseleinstellungen, Ebenen-Aufbau und fertigem Export-Workflow. Das ist wunderbar, wenn ein iPad samt Apple Pencil schon in der Schublade liegt, nutzlos, wenn nicht. Mein Freund Michael Drechsler, seit dem Studium befreundet und inzwischen Grafiker in Köln, redet mir immer wieder zu, mehr mit Procreate zu arbeiten, und zeigt mir dann am Bildschirm, wie schnell sich Ebenen in der App verschieben und korrigieren lassen. Wie gut sich das, was man analog auf Papier gelernt hat, überhaupt aufs Tablet übertragen lässt, ist noch mal eine andere Rechnung. Dazu gibt es an anderer Stelle einen eigenen Vergleich.

Für die meisten Beschenkten bleibt der klassische Weg über Papier trotzdem der sicherere Einstieg. Mein Ausgangspunkt für das Fundament ist weiterhin der Handlettering Kurs [Mein Haupt-Kurs] von Timothy90, unter anderem, weil der Anbieter seit Jahren stabil auf Digistore24 aktiv ist und Käuferschutz greift, falls beim Bezahlvorgang etwas schiefläuft. Ob ein Kurs die Druckkurve (also den ständigen Wechsel zwischen dünnem Aufstrich und kräftigem Abstrich) überhaupt anspricht, verrät oft schon die Kursbeschreibung, und bei diesem Kurs ist das von Anfang an Thema.

Was ein guter Kurs beim Buchstabenaufbau wirklich zeigen sollte

Ein Blick in die Kursbeschreibung verrät oft schon, wie ernst ein Kurs die Buchstaben-Anatomie nimmt, bevor es an aufwendige Verzierungen geht. Die Details dazu gehören in einen eigenen Beitrag, hier zählt nur, ob das Thema überhaupt angesprochen wird. Ich weiß noch, wie ich das Wort „Frühling" auf ein Übungsblatt geschrieben habe und zum ersten Mal alle vier Grundstriche gleich breit dastanden, ohne dass ich bewusst darauf geachtet hatte. Kein Geistesblitz, eher das Ergebnis vieler Abende, in denen die Bewegung einfach sitzen musste, bis sie ohne Nachdenken funktionierte.

Wer weder Brush Pen noch Fineliner mag, kann Buchstaben auch mit einem ganz normalen Stift über sogenannte Faux Calligraphy nachträglich verdicken, eine eigene Technik, die ich an anderer Stelle ausführlicher zeige. Die günstigen Stabilo-Fineliner, mit denen ich vor Jahren angefangen habe, habe ich für Lettering-Zwecke inzwischen aussortiert, weil sie nur eine einzige Strichbreite liefern und den Kontrast zwischen dick und dünn gar nicht erst zulassen. Ein Brush Pen dagegen nutzt sich bei falscher Papierwahl deutlich schneller ab, aber wie genau sich das an der Spitze zeigt, ist wieder ein eigenes Kapitel.

Das Papier, das den Unterschied macht

Neben dem Kurs entscheidet das Papier darüber, ob ein Geschenk beim ersten Versuch schon frustriert oder Lust auf mehr macht. Normales Kopierpapier ist rau genug, dass ein Brush-Pen-Filz binnen kurzer Zeit ausleiert und zerfasert, während glattes, beschichtetes Papier mit etwa 100 bis 120 g/m² den Stift fast von selbst über die Fläche gleiten lässt. Welches Papier zu welchem Stift wirklich passt, ist noch mal eine eigene Rechnung mit vielen Kombinationen. Für den Gutschein reicht die Faustregel: lieber zu glatt als zu rau.

Ein kleiner Block mit diesem Papier kostet im Verhältnis zum Kurs kaum etwas, wertet das Geschenk aber spürbar auf, weil die beschenkte Person nicht erst suchen muss, bevor der erste Buchstabe sitzt. Wie viel Übungsvolumen es dann bis zu sichtbarem Fortschritt tatsächlich braucht, hängt stark von der Person und der Tagesform ab. Dazu gibt es an anderer Stelle eine ausführlichere Rechnung. Zwischen Papier und Kurs bleibt trotzdem eine Konstante: Tintenflecken auf der Tischdecke gehören zum Hobby dazu, und meine ist inzwischen so gesprenkelt, dass ein neuer Fleck kaum noch auffällt.

Vergleich zwischen rauem Kopierpapier und glattem Lettering-Papier als Zubehör-Tipp zum Handlettering-Geschenk.

Sketchnotes als Alternative: Für wen sich der Umweg lohnt

Nicht jede beschenkte Person will hübsche Geburtstagskarten schreiben. Manche wollen einfach nur Informationen klarer strukturieren, und dafür ist der Sketchnotes Kurs [Für Notiz-Fans] die passendere Wahl. Hier zählt Funktion vor Ästhetik: Symbole, Container und Hierarchien stehen im Vordergrund, nicht die perfekte Linienführung. Die Symbolbibliothek, die in diesem Kurs aufgebaut wird, ist ein eigenes Kapitel, das ich an anderer Stelle ausführlich zeige. Als Geschenk-Tipp reicht die Feststellung, dass jemand, der lieber ordnet als verziert, mit diesem Kurs glücklicher wird als mit klassischem Handlettering.

Wie sich die Kursstrukturen der einzelnen Anbieter im Detail unterscheiden (Aufbau, Reihenfolge der Lektionen, Umfang der Übungsdateien), vergleiche ich ausführlicher in einem separaten Beitrag, hier ging es nur um die Gutschein-Perspektive. Genauso bleibt die Frage, ob eine Flatrate über mehrere Kurse oder ein Einzelkurs sich am Ende mehr lohnt, ein eigenes Thema: Mein Vergleich Handlettering Flatrate oder Einzelkurs kaufen lohnt sich, bevor man sich für ein Format entscheidet.

Welchen Kurs schenkt man wann?

Am Ende läuft die Entscheidung auf drei klare Fälle hinaus. Wer die beschenkte Person mit Papier, Stift und echtem Handschrift-Gefühl kennt, liegt mit dem klassischen Handlettering Kurs [Mein Haupt-Kurs] richtig, der Druckaufbau und Strichführung von Grund auf vermittelt. Besitzt die Person längst ein iPad und probiert ohnehin gern neue Apps aus, ist der Digital Lettering Kurs die konsequentere Wahl, auch wenn die Hardware-Kosten oben drauf kommen. Und wer eher Listen liebt als Schleifen, ist mit dem Sketchnotes Kurs besser bedient als mit jedem noch so hübschen Schriftzug.

Auch die Haltung am Tisch nach zwei Stunden Übung oder das, was ein Kurs am Ende wirklich pro Übungsstunde kostet, sind Fragen, die ein eigenes Kapitel verdienen und nicht in einen Geschenke-Ratgeber gehören.

Für alle, die saisonale Anlässe lieben, hat sich außerdem mein Beitrag über saisonale Handlettering-Projekte als Ergänzung bewährt, weil sich viele Kursinhalte direkt auf Karten und Deko übertragen lassen. Ein Handlettering-Kurs als Geschenk bleibt ein Versprechen auf ruhige Abende, kein Sofortprogramm: Wer Kurs, Papier und Hardware zur beschenkten Person passend wählt, hat mit dem Gutschein die höchste Trefferquote.

Produkt Bewertung
Handlettering Kurs [Mein Haupt-Kurs] Top Pick 9.2 Mehr erfahren →
Digital Lettering Kurs [Für iPad-Nutzer] 8.8 Mehr erfahren →
Sketchnotes Kurs [Für Notiz-Fans] 8.5 Mehr erfahren →
9.2

Handlettering Kurs [Mein Haupt-Kurs]

Vorteile

  • ✓ Sehr systematischer Aufbau der Buchstabenanatomie
  • ✓ Fokus auf korrekte Strichführung schont die Stifte
  • ✓ Langfristig stabiler Anbieter auf Digistore24
  • ✓ Regelmäßige Updates der Lerninhalte

Nachteile

  • ○ Keine Inhalte für digitales Lettering (iPad)
  • ○ Sketchnotes werden nur kurz angerissen
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