Gouache Lettering lernen: Die besten Online Kurse für deckende Farben

Gouache Lettering lernen: Die besten Online Kurse für deckende Farben

Ein Gouache-Spezialkurs verspricht deckende Farbe, ein Grundkurs im Handlettering nur saubere Striche – und trotzdem bringt der zweite die Farbe schneller sauber aufs Papier. Diese Korrektur schicke ich jedem voraus, der Handlettering lernen will und bei den Kreativkursen zuerst nach Gouache-Tipps sucht: Wer die Buchstabenanatomie nicht im Handgelenk hat, malt mit der besten Farbe nur größere Kleckse.

Hinweis vorab: Dieser Text enthält Affiliate-Links. Entscheiden Sie sich über einen davon für einen Kurs, erhalte ich eine kleine Provision, für Sie entstehen keine Mehrkosten. Ich empfehle hier nur Kurse, die ich selbst am Küchentisch durchgearbeitet habe.

Der Irrtum: Deckende Farbe braucht einen eigenen Kurs

Der Gedanke klingt logisch. Gouache ist ein eigenes Material, also soll ein Kurs her, der genau dieses Material lehrt. Ganz falsch ist das nicht, denn Gouache unterscheidet sich physikalisch deutlich vom Aquarell: Das Pigment-Bindemittel-Verhältnis ist besonders hoch, und das sorgt für die matte, fast samtige Deckkraft. Aquarell lebt von der Transparenz, Gouache von der Fläche. Nur sitzt der Engpass beim Lettering selten dort, wo der Kurstitel ihn vermutet.

Klumpige Buchstaben und wässrige Flecken entstehen durch die Konsistenz der Farbe, und die lässt sich üben. Schiefe Abstriche, ungleiche Rundungen und wackeliger Druck kommen dagegen aus der Hand. Ein Farbkurs repariert das nicht, weil deckende Farbe jede Unsicherheit in der Strichführung nur sichtbarer macht.

Eine Bekannte, die ich samstags am Marktplatz in Bonn-Beuel treffe, trainiert für den Bonn-Marathon und baut keinen Tempolauf ein, bevor die Grundausdauer steht. Das Prinzip lässt sich übertragen: Die Buchstabenanatomie ist beim Lettering die Grundausdauer, die Gouache ist das Tempotraining.

Gouache Lettering lernen: weiße Gouache-Farbe wird deckend auf dunkles Papier aufgetragen.

Woran Sie erkennen, ob die Buchstabenanatomie für Gouache sitzt

Mein Test dafür ist einfach: Ich schreibe dasselbe Wort dreimal untereinander, mit Brush Pen oder Fineliner. Liegen die Abstriche in allen drei Zeilen gleich schräg und gleich dick, während die Aufstriche dünn bleiben, darf die Gouache dazukommen. Wackelt eine Zeile aus der Reihe, bleibe ich bei den Stiften. Die Prüfung kostet einen Abend und erspart mehrere verschwendete Farbmischungen. Wer die Basis erst aufbauen muss, geht sie am besten mit dem Handlettering Kurs Schritt für Schritt an.

Dass sich bei mir etwas gebessert hatte, merkte ich nicht an der Farbe, sondern als eine Kollegin im Meeting nach dem Layout meines Whiteboards fragte. Dabei hatte ich nur die Strichführung ernst genommen.

Gouache-Tipps zum Material: Papier, Farbe und ein Fehlkauf

Der zweite Irrtum betrifft das Geld. Viele Foren raten Anfängern zu hochpreisigen Künstler-Sets, weil gute Pigmente angeblich alles leichter machen. Meine Erfahrung mit teurem Material ist gemischt: Das Kalligraphie-Set aus dem Buchladen, das ich einmal gekauft habe, war kostspielig und für Brush Lettering völlig ungeeignet. Der Preis sagt nichts darüber, ob ein Werkzeug zur eigenen Technik passt.

Bei Farben halte ich es ähnlich. Preiswertere Gouache hat oft eine geringere Pigmentdichte und wirkt anfangs frustrierend. Genau das zwingt dazu, die Konsistenz zu kontrollieren: Die Farbe soll vom Pinsel laufen wie flüssige Sahne, nicht wie Milch und nicht wie Joghurt. Wer mit High-End-Farben startet, überdeckt technische Mängel oft mit dem Material und lernt die Konsistenz später oder nie.

Unter der Klemmleuchte verrät die angerührte Farbe, ob sie stimmt: Spiegelt sich das Licht als harter Glanz auf der Pfütze, ist zu viel Wasser drin, steht sie matt, kann ich anfangen. Ein zuverlässiges Zeichen ist das bei mir, keine Laborregel.

Beim Papier gilt für mich eine feste Untergrenze von 300 g/m². Gouache braucht ein hohes Flächengewicht, um die Feuchtigkeit aufzunehmen, ohne sich zu wellen, und dünneres Papier gebe ich für diese Farbe schlicht nicht mehr aus der Schublade.

In meinem Vergleich der besten Handlettering Online Kurse steht bereits, dass die Haptik des Materials einen großen Teil des Lernprozesses ausmacht. Bei Gouache gilt das noch stärker, weil langsam trocknende Farbe eine Geduld erzwingt, die man bei schnellen Fineliner-Zügen oft vermisst.

Handlettering lernen: Tintenfleck auf einer Tischdecke neben ordentlichen Übungsblättern.

Welcher Kurs trägt beim Gouache Lettering am weitesten?

Wer keine nassen Pinsel möchte, findet mit einem Digital Lettering Kurs für Procreate den bequemeren Weg: Deckende Farben lassen sich dort simulieren, Trocknungszeiten spielen keine Rolle. Mir fehlt dabei das Haptische, denn das Anrühren der Farben hat etwas Ruhiges, das ein Tablet nicht ersetzt.

Für echte Gouache bleibt der Handlettering Kurs von Timothy90 meine erste Wahl, obwohl er Brush Pen und Fineliner behandelt und nicht Gouache. Der Anbieter ist seit 2019 auf Digistore24 aktiv, was in der schnelllebigen Online-Kurs-Welt für Beständigkeit spricht, und er aktualisiert seine Inhalte regelmäßig. Druckaufbau, Buchstabenanatomie und Strichführung werden Schritt für Schritt trainiert. Es geht dabei nicht um den schönen Spruch, sondern um eine Stiftführung, die sich später auf den Pinsel übertragen lässt.

Einschränkungen gibt es: Der Kurs ist eine Einmalzahlung ohne begleitete Live-Feedback-Runde, und wer auf dem iPad lernen möchte, ist dort schlechter aufgehoben. Für Gouache-Fans, die sofort zum Pinsel greifen wollen, bleibt er ein Umweg über die Grundlagen, der sich an meinem Tisch aber jedes Mal ausgezahlt hat.

Der Sketchnotes Kurs ist eine Alternative für alle, denen die Funktion der Zeichen wichtiger ist als schöne Schrift. Für Gouache Lettering, das man sich an die Wand hängen möchte, taugt er weniger, weil dort Funktion vor Ästhetik steht.

Gouache-Tipps: Pinselhaltung bei einem Abstrich während einer Handlettering-Übung auf schwerem Papier.

Erst die Striche, dann die Farbe

Gouache Lettering ist kein Sprint, sondern eine ruhige Technik, die Geduld mit dem Material verlangt. Weiß über noch feuchtem Schwarz ergibt kein scharfes Weiß, sondern ein schmutziges Grau; wer die Schichten trocknen lässt, bekommt den Kontrast. Da Gouache auch getrocknet wasserlöslich bleibt, lässt sich vieles korrigieren, für ungeduldige Schichten ist genau das aber eine Falle.

Meine Finger sind nach jeder Session preußischblau, und der Küchentisch sieht aus wie ein misslungenes Experiment. Die Regel dahinter ist trotzdem schlicht: Erst wenn der Drei-Zeilen-Test mit dem Stift sitzt und das Papier schwer genug ist, kommt die deckende Farbe ins Spiel.

Wer wirklich deckend malen will, sollte mit den Grundlagen anfangen. Den Handlettering Kurs kann ich jedem empfehlen, der Struktur in sein Chaos am Küchentisch bringen möchte, und es lohnt sich, die Zeit in die Technik zu investieren, bevor die großen Layouts an die Reihe kommen.